Roman

»Bogners Abgang«
von Hans Platzgumer

Hey hey, ihr lieben Bücherwürmer. Nach langer, langer Zeit habe ich mich wieder mal an einen Krimi heran gewagt. Das ist ja normalerweise so gar nicht mein Genre, da ich bisher äußerst selten von einer Story gepackt war. Im Rahmen einer Leserunde von LovelyBooks habe ich das neue Werk von Hans Platzgumer gelesen. Dies erschien im März diesen Jahres im Zsolnay-Verlag bei Hanser. Inhaltlich stellt sich die große Frage der Schuld an einem folgenschweren Unfall.

Inhalt zusammengefasst

Die Hauptstadt Tirols, Innsbruck, ist der Ort des Geschehens. Eines nachts wird ein Fußgänger an einer Kreuzung von einem Auto erfasst und stirbt kurz darauf im Krankenhaus. Was aber genau passiert ist, bleibt zunächst unklar. Die handelnden Personen, Andreas Bogner und Nicola Pammer, waren in jener Nacht an der Unfallstelle. Er hat eigentlich nur die Schusswaffe seines Schwiegervaters zeichnen wollen und sie auf einer Veranstaltung zu viel getrunken. Wer trägt die Verantwortung am tödlichen Unglück?

Wie war »Bogners Abgang«?

Ich kenne bisher keines der Bücher von Platzgumer, kann mir aber durchaus vorstellen, dass dies nicht mein letztes gewesen ist. Der Sprachstil liest sich mühelos und flüssig, dem Autoren gelingt inhaltlich ein roter Faden, der seinen Leser gekonnt am Ball bleiben lässt. Die Charaktere haben wenig gemeinsam. Er ist ein erfolgloser Künstler auf der Suche nach Inspiration, der sich mit seiner Arbeit von anderen seiner Garde abheben möchte. Die Ehe mit Astrid läuft für Andreas mehr schlecht als recht, da er sich immer mehr in sein Atelier zurück zieht. Für sein neues Projekt leiht er sich eine Schusswaffe seines Schwiegervaters aus.

Nicola Pammer stammt aus Bregenz und studiert an der Universität Innsbruck. Obwohl sie plant nach Haus zu fahren, ändert sie kurzerhand ihre Pläne und feiert den Geburtstag ihrer WG-Mitbewohnerin. Nach drei Aperol Spritz steigt sie in ihr Auto und macht sich auf den Heimweg. Es kommt zu einer Reihe von zufälligen Verkettungen, aus der heraus eine Situation entsteht, die sowohl Andreas Bogners, als auch Nicola Pammers Leben von jetzt auf gleich verändern wird. Hans Platzgumer schreibt schnörkellos und spannungsreich und lässt zunächst viele Umstände offen. Es gelingt dem Autoren in die Gedanken seiner Figuren einzutauchen und diese für seine Leser zu konkretisieren.

Der Krimi wird hauptsächlich protokollarisch wiedergegeben, sodass sich Platzgumer nicht lange mit Nebensächlichkeiten aufhält. Auch wenn er sich nicht in Details verliert, gibt er seinen Protagonisten ausreichend Raum. Die Bruchstücke des Unfalls werden nach und nach zusammen gesetzt, sodass sich am Ende alles zu einem Ganzen fügt. Hierbei wird zuvor nicht zu viel verraten und bis zuletzt bleibt vieles im Unklaren, was den Spannungsfaktor kontinuierlich hoch hält. Zwei Menschen und eine verhängnisvolle Nacht, die zur Zerreißprobe wird.

Zitat aus dem Buch

»Es gibt Dinge, die behält man besser für sich. Manches verletzt erst dann, wenn man es ausspricht, nicht, wenn man es verschweigt.« Seite 81

Fazit

Hans Platzgumer stellt die Frage, was es heißt, Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen und so die Schuldfrage ins Zentrum seiner Überlegung. Ein spannungsgeladener Krimi, der nicht zu viel verspricht.

Hans Platzgumer

Hans Platzgumer, geboren 1969 Innsbruck, Österreich, ist ein österreichischer Schriftsteller. Er studierte Musik in Los Angeles und Wien. Heute schreibt er vorwiegend Romane und Essays.


Bogners Abgang

von Hans Platzgumer
Zsolnay | 2021 | 144 Seiten
Hardcover | ISBN: 978 3 552 07204 6 | 20€


Ich danke LovelyBooks für die Teilnahme an der Leserunde zu diesem Buch und auch dem Zsolnay-Verlag bei Hanser für die Bereitstellung des Buches.  

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2 Kommentare

  • Reply Maesli 6. Mai 2021 at 11:22 am

    Hej, tolle Rezension.
    Auch ich habe das Buch durch LovelyBooks gewonnen und auf meinem Blog besprochen. Es war für mich ein erstes Highligt 2021.

    • Reply Zeilentaenzerin 6. Mai 2021 at 2:17 pm

      Hey Maesli, danke für dein Feedback, freut mich sehr, dass du dich auf meine Rezension gemeldet hast. Und schön, dass dir das Buch auch gefallen hat!

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