Leserückblick Juni 2020

Hallo hallo! Ich bin spät dran mit meinem Leserückblick für den Monat Juni, aber hier kommt er. Aufgrund der vielen großen Veränderungen, die in den nächsten Wochen in meinem Leben anstehen, ist das Bloggen gerade etwas in den Hintergrund geraten. Ich freue mich aber darauf, dass es in absehbarer Zeit wieder intensiver wird. Im Juni habe ich fünf Bücher gelesen, die ich euch jetzt zeigen möchte.

»Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt« von Jesmyn Ward

Mein allererstes Buch im Juni war ein Book-Blind-Date, nämlich: »Singt, ihr Lebenden und ihr Toten, singt« von Jesmyn Ward. Der Inhalt des Romans ist sehr heftig. Der dreizehnjährige Jojo lebt mit seiner kleinen Schwester Kayla, seiner Mutter und seinen Großeltern in ärmlichen Verhältnissen in Mississippi. Die Mutter ist drogensüchtig und nicht in der Lage, sich um ihre Kinder zu kümmern. Der Vater, Michael, sitzt im Gefängnis und die Großeltern väterlicherseits wollen ihre Engel nicht kennen lernen, weil sie schwarz sind. Ein wichtiges und sprachlich unglaublich gut geschriebenes Buch, dass das gesellschaftliche Elend in einer fiktiven amerikanischen Kleinstadt aufzeigt.


»Gut gegen Nordwind« von Daniel Glattauer

Ich war wohl eine der Letzten Bücherwürmer, die »Gut gegen Nordwind« gelesen haben und darüber bin ich sehr froh. Emmi und Leo lernen sich zufällig über das Internet kennen und sind sich direkt sympathisch. Nach zunächst unverfänglichen Gesprächen, werden diese immer intensiver und zwischen den beiden entwickelt sich eine Art virtuelle Affäre. Leo jedoch hängt noch an seiner Exfreundin und Emmi ist verheiratet. Obwohl beide versuchen, ihrer Bekanntschaft ausschließlich online laufen zu lassen, ist der Wunsch nach mehr bald größer.


»Alle sieben Wellen« von Daniel Glattauer

Auf den zweiten Teil um die Geschichte von Emmi und Leo konnte ich nach Band eins nicht lange warten. So habe ich noch am Tag des Beendens von »Gut gegen Nordwind« den Nachfolger »Alle sieben Wellen« bestellt und auch innerhalb eines Tages gelesen. Auch sehr empfehlenswert, auch wenn mich der erste Teil etwas mehr berühren konnte. Nach einem Jahr Abstinenz schreiben Emmi und Leo wieder miteinander und die Dialoge sind ähnlich gefühlvoll und mitreißend wie die Leser es gewohnt sind.


»Nach der Flut das Feuer« von James Baldwin

Endlich, endlich habe ich ein Buch vom grandiosen James Baldwin gelesen. In diesem Fall war es das E-Book zu »Nach der Flut das Feuer«, welches aus aktuellem Anlass wieder sehr präsent ist. Baldwin berichtet auf beeindruckende, differenzierte und aufklärende Weise von den Missständen in der Welt in Bezug auf das Verhältnis zwischen Schwarzen und Weißen. Er erzählt von eigenen Erfahrungen mit Rassismus und appelliert an die Menschen, sich einander endlich respektvoll zu begegnen. Der Band besteht aus zwei Briefen, die Baldwin an seinen Neffen und sich selbst schreibt. Mich haben die Ausführungen und Gedanken sehr berührt und ich kann den Essay nur empfehlen.


»Lempi« von Minna Rytisalo

Das letzte Buch im Juni war »Lempi« von der Finnin Minna Rytisalo. Das Buch ist in aller Munde und ich war sehr gespannt, ob es mir gefallen würde. Darin geht es um eine Liebesgeschichte, die in den 1940er Jahren nur einen Sommer hielt. Zurückgekehrt aus dem Krieg ist die geliebte Ehefrau eines finnischen Bauern spurlos verschwunden. Die besagte Lempi lernt der Leser nur aus Erzählungen Anderer kennen. Leider muss ich sagen, konnte mich der Roman nicht für sich gewinnen. Der Sprachstil ist angenehm, aber die Figuren bleiben aus meiner Sicht viel zu blass. Vieles wird nur angerissen und so fiel es mir schwer, mit den Charakteren zu fühlen.


Im Überblick

Gelesen: 5 Bücher
Gehört: 0 Bücher
Gelesene Seiten: 1079
Durchschnittliche Bewertung: 4,3 Sterne
Durchschnittliche Lesedauer: 5,0 Tage


Wie sieht euer Lesemonat Juni aus?

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