Literaturbesprechung:
»Alle sieben Wellen« von Daniel Glattauer

Ihr Lieben, in den letzten Tagen war es etwas ruhig auf meinem Blog, da ich aufgrund meiner Arbeit und dem Umzugsstress einfach nicht zum Bloggen kam. Ich möchte nun endlich den zweiten Teil von »Gut gegen Nordwind« besprechen, denn es ist schon wieder über eine Woche her, dass ich das Buch beendet habe. »Alle sieben Wellen« erschien erstmals 2009 und befasst sich mit dem weiteren Verlauf der E-Mail-Beziehung von Emmi und Leo. Diese Taschenbuchausgabe wurde zwei Jahre später im Goldmann-Verlag veröffentlicht. Wer »Gut gegen Nordwind« nicht kennt, kann hier meine erste Rezension noch einmal nachlesen.

Inhalt zusammengefasst

Leo ist nach Boston, USA gezogen und hat den Kontakt zu Emmi abgebrochen, indem er sein E-Mail-Konto löschte. Da Emmi Leo aber nicht vergessen kann, probiert sie immer wieder ihn über seine E-Mailadresse zu erreichen. Es dauert fast ein ganzes Jahr, in dem sie lediglich eine automatische Standardnachricht des Systemmanagers erhält, ehe sich Leo auf ihre E-Mail meldet. Zunächst wirken die Gespräche distanziert und zurückhaltend, nach kurzer Zeit aber tauschen beide ihre intimsten Gedanken und Sehnsüchte aus. Und da ist sie wieder, die ganz besondere Magie zwischen Emmi und Leo.

Wie war »Alle sieben Wellen«?

Ich habe mir nach dem Lesen viele Gedanken darüber gemacht, welcher Teil mir besser gefiel und warum. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass »Gut gegen Nordwind« mich noch etwas mehr einfangen konnte als es bei »Alle sieben Wellen« der Fall war. Allerdings ist das keinesfalls negativ zu werten, denn selten reichen Nachfolger an den ersten Teil heran. Das ist Daniel Glattauer mit der Fortsetzung um seine liebenswerten Charaktere Emmi und Leo aber fast gelungen. Auch hier handelt es sich wieder um einen reinen Briefroman, sodass auf einen Erzähler verzichtet wird und dem Leser viel Spielraum für Interpretationen bleibt. Bereits in »Gut gegen Nordwind« begeisterte mich die Mischung aus Intellekt, Humor, Schlagfertigkeit und großen Gefühlen. Genau auf diese Attribute setzt Glattauer auch hier.

Ich mag die Hartnäckigkeit von Emmi, die Leo einfach nicht vergessen kann und sich die gemeinsamen Gespräche zurück wünscht. Als dieser sich lange Zeit später meldet, war ich schnell wieder sehr angetan von dem inspirierenden Austausch beider. Emmi ist gewohnt provokant, fühlt Leo bezüglich seiner neuen weiblichen Bekanntschaft Pamela auf den Zahn und auch er zeigt sich angrifflslustig. Die Inhalte ihrer Mails haben einen sehr gefühlvollen und menschlichen Charakter, sodass auch dieser Teil dem ersten in fast nichts nachsteht. Einziger Kritikpunkt von meiner Seite ist, dass es für mich die Einbindung von Emmis Familie in Form von persönlichen Treffen mit ihrem Stiefsohn während ihrer Verabredung mit Leo nicht gebraucht hätte. Das hat mir etwas das Besondere an ihrer Verbindung genommen und war für mich auch nicht relevant für den Verlauf.

Insgesamt aber liebe ich auch diesen zweiten Band und mochte das stetige Gefühl der Aufregung und des Herzklopfens, weil ich so mit Emmi und Leo mitfühlen konnte. Hin und wieder ist die Spannung kaum auszuhalten, sodass ich auch »Alle sieben Wellen in einem Rutsch durchgelesen habe. Ich kann die Geschichte unbedingt empfehlen und wer diesen Teil noch nicht kennt, der sollte ihn lesen. Die Aufmachung dieser Ausgabe ist sehr gelungen. Sowohl die Farben, als auch Motiv und Einschlag sind sehr hübsch anzusehen.

Zitat  aus dem Buch

»In dieser einen Stunde soll es bitte, bitte, bitte nichts anderes und niemand anderen als uns beide geben. Schaffen wir das? « Seite 25

»Ich verabscheue dich, wenn du realistisch betrachtest! « Seite 132

»Seit wir uns kennen, hast du eine siebente Welle nach der anderen verschlafen, mein Lieber.« Seite 218

Fazit

Glattauer gelingt mit »Alle sieben Wellen« eine fantastische Um- und Fortsetzung seines brillanten E-Mail-Romans von 2006, der ähnlich fesselt und den Leser Emmi und Leo erneut lieb gewinnen lässt.

Daniel Glattauer

Daniel Glattauer, 1960 in Wien geboren, ist ein österreichischer Schriftsteller. Bereits seit Mitte der Achtziger Jahre ist er als Journalist und Autor tätig. Seinen Durchbruch hatte Glattauer mit seinem Briefroman »Gut gegen Nordwind«, der auch als Theaterstück und Film adaptiert wurde.


Alle sieben Wellen von Daniel Glattauer
Goldmann | 2011 | 219 Seiten
Taschenbuch mit Einschlag | ISBN: 978 3 44247 244 4 | 9.99€


Hach, was für eine wunderbare Story. Auch dieser zweite Teil war ein absolutes Highlight unter den Briefromanen, die ich kenne. Habt auch ihr beide Bücher gelesen? Und was gefiel euch besonders gut?

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