Hallo ihr Lieben, an die Zeitumstellung muss ich mich erst einmal wieder gewöhnen. Es wird so früh dunkel inzwischen, sodass ich schnell müde bin. Aber der Herbst ist der perfekte Monat um besonders viel und gemütlich eingekuschelt auf dem Sofa zu lesen und das gelingt mir gerade richtig gut. Eines meiner letzten Bücher war »Mitte« von Volker Kutscher & Kat Menschik, veröffentlicht im Oktober 2021 im Galiani-Berlin-Verlag bei Kiepenheuer & Witsch. Darin schildert der Autor Volker Kutscher die Flucht des Jugendlichen Fritze Thormann vor der Gestapo.

Inhalt zusammengefasst

Der 15-jährige Fritze Thormann wird von der Gestapo gesucht, nachdem er bei der Olympiade in Berlin 1936 Zeuge eines Selbstmords wird, der keiner zu sein scheint. Er muss flüchten und fängt mit gefälschtem Pass in einem Kohlehandel in Berlin-Mitte an. Von dort aus versucht er Kontakt zu seinen Pflegeeltern Charly und Gereon aufzunehmen, die ein böses Schicksal ereilt hat, von dem Fritze nichts ahnt. Zudem schreibt er seiner jüdischen Freundin Hannah. Aber nicht nur die Gestapo hat es auf Fritze abgesehen.

Wie war »Mitte«?

Die Reihe Illustrierte Lieblingsbücher von Kat Menschik erscheint seit einigen Jahren bei Galiani Berlin. Ich bin große Anhängerin ihrer Zeichnungen und war auch in diesem Fall wieder sehr angetan von den Illustrationen. »Mitte« ist eine Brieferzählung, die im Deutschland 1936 spielt. Erzähler ist der fünfzehnjährige Fritze Thormann, der vielen Lesern von Volker Kutscher aus seiner Gereon-Rath-Reihe bekannt sein dürfte. Ich selbst habe bisher keines seiner Bücher gelesen und hatte dementsprechend keine Erwartungen. Erst nach dem Beenden des Buches wurde mir klar, dass es inhaltlich an bereits veröffentlichte Bände von Kutscher anknüpft. Während des Lesens selbst störte mich das allerdings nicht, für künftige Leser:innen sei das vorweg aber erwähnt.

Ich hatte trotz meiner fehlenden Vorkenntnisse schnell einen Bezug zu Fritze Thormann und tat mich nicht schwer, mich mit den weiteren handelnden Figuren zu identifizieren und mit den Geschehnissen vertraut zu machen. Die Briefe, die Fritze an seine Pflegemutter Charly und seine Freundin Hannah schreibt, schaffen einen großen Spannungsbogen, da die Gefahr seiner eigentlichen Identität überführt zu werden allgegenwärtig ist. Ich konnte die Erzählung hindurch mitfiebern und mich in die wunderschönen Zeichnungen verlieben. Nachdem ich nun ein Kutscher-Buch lesen durfte, bin ich sicher, dass es nicht das letzte gewesen ist.

Fazit

Besonders für Fans der Kutscher-Krimi-Reihe um Gereon Rath ist das Buch sicherlich eine schöne Alternative bis zum nächsten Roman. Aber auch für mich als neue Leserin seiner Titel war diese Erzählung in Briefform eine gelungene Sache.

Volker Kutscher & Kat Menschik

Volker Kutscher, geboren 1962 in Lindlar, ist ein deutscher Schriftsteller. Er studierte Germanistik, Philosophie und Geschichtswissenschaft in Wuppertal und Köln. 1995 erschien sein erster Kriminalroman Bullenmord. Sein bekannter Roman Der nasse Fisch erschien 2008. Dieser Gereon-Rath-Roman wurde unter dem Titel Babylon Berlin verfilmt. Kutscher lebt in Köln.

Kat Menschik, geboren 1968 in Luckenwalde, ist eine deutsche Illustratorin und Zeichnerin. Sie wuchs in Berlin auf und studierte dort von 1992 bis 1999 an der Hochschule der Künste Kommunikationsdesign. Das Studium schloss sie als Meisterschülerin ab. Von 1995 bis 1996 absolvierte sie ein Austauschjahr in Paris. Sie ist Mitherausgeberin der in den 1990er Jahren erschienenen Comic-Magazine Spunk und A.O.C. Seit 1999 arbeitet sie als Comiczeichnerin. Menschik arbeitet als freie Illustratorin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung und weitere deutsche Zeitungen und Magazine.


Mitte

von Volker Kutscher
illustriert von Kat Menschik
Kiepenheuer & Witsch | 2021 | 128 Seiten
Hardcover | ISBN: 978 3 86971 246 8 | 20.00€
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Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch sowie Galiani Berlin für das Rezensionsexemplar.