Graphic Novel, Klassische Literatur

»Die Verwandlung von Franz Kafka«
von Richard Horne & Eric Corbeyran

Guten Abend ihr Lieben, was für ein herrlicher und sonnenreicher Tag war das heute. Wir haben die Wärme genutzt, um ins Umland zu fahren und endlich mehr im Rheingau zu erkunden. Es war so wunderbar und erholsam und ich freue mich auf kommende freie Tage, an denen wir weitere Orte entdecken können. In diesem Beitrag möchte ich ein weiteres meiner Bücher rezensieren, die ich im Januar gelesen habe. Die Graphic Novel »Die Verwandlung von Franz Kafka« von den französischen Illustratoren Horne und Corbeyran, ist die Comic-Adaption des weltbekannten Klassikers. Erschienen ist er als Comic erstmals 2010 im Knesebeck-Verlag.

Inhalt zusammengefasst

Eines Morgens erwacht Gregor Samsa in seinem Bett und muss feststellen, dass er sich in ein Ungeziefer verwandelt hat. Nach der schmerzlichen Erkenntnis, dass seine Verwandlung kein böser Traum war, nimmt er sein Schicksal an. Von seiner Familie verstoßen und als Mittel zum Zweck gedemütigt, wird er schlussendlich in den Tod getrieben.

Wie war »Die Verwandlung von Franz Kafka«?

Das schwierige Verhältnis von Kafka zu seinem Vater wird in seiner traurigen Erzählung offenkundig. Gregor arbeitet seit mittlerweile fünf Jahren als Geschäftsreisender und ist mit dieser Arbeit sehr unzufrieden. Um aber die Schulden seiner Familie tilgen zu können, erträgt er diesen Zustand. Seine Familie aber zollt ihm keine Anerkennung dafür. Die Mutter, die er zwar als fürsorglich beschreibt, kann ihrem Sohn nicht beistehen, da sie eine untergeordnete Rolle in der Familie einnimmt. Lediglich zu seiner Schwester hat er ein engeres Verhältnis. Im Laufe der Handlung aber verliert Gregor immer mehr an Bedeutung für seine Familie, bis es zum tragischen Ende kommt.

Der zeitlose Klassiker wird im bekanntlich düsteren und metaphorischen Stil erzählt und bewegt sich dabei eng am Originaltext. Farblich sind die Seiten fast durchweg in schwarzweiß gestaltet, sodass dem Leser die finstere Atmosphäre sehr anschaulich vergegenwärtigt wird. Die Tragik der Geschichte scheint von Beginn an offensichtlich: Gregor fühlt sich innerhalb seiner Familie missachtet und ausschließlich auf seinen wirtschaftlichen Nutzen herabgesetzt. Das ist die wohl gängigste Interpretation von Kafkas bewegender Kurzgeschichte.

Das Stilmittel der Zeichnungen verlangt es, dass die Szenen zwar stimmungsvoll und intensiv dargestellt werden und die Farbgebung vorwiegend dunkel gehalten ist, die einzelnen Elemente aber wenig detailreich bis undeutlich gezeichnet werden. Die Grausamkeit des Erzählten wird sowohl durch den sprachlichen, als auch den grafischen Inhalt erkennbar. Für mich eine gelungene Adaption des Klassikers, den jeder gelesen haben sollte.

Zitat aus dem Buch

»Kaum war er allein, konnte Gregor sich überhaupt nicht mehr rühren. Ihm war, als würden die Schmerzen schwächer und schwächer. Er sah sich im Dunkeln um und dachte an seine Familie mit Rührung und Liebe zurück.« Seite 34

Fazit

Franz Kafkas ernste und düstere Erzählung wird hier in sehr anschaulicher Weise umgesetzt.

Richard Horne & Éric Corbeyran

Richard Horne ist ein französischer Illustrator.

Éric Corbeyran (eigentlich Corberant), geboren 1964 in Marseille, Frankreich, ist ein französischer Comicautor. Zunächst arbeitete er als freiberuflicher Grafiker und Animateur. 1990 erschienen seine ersten Arbeiten. In Frankreich gilt er als einer der begehrtesten Szenaristen.


Die Verwandlung von Franz Kafka

von Richard Horne und Eric Corbeyran
im Original erschienen unter dem Titel „La Métamorphose“
Aus dem Französischen von Kai Wilksen
Knesebeck | 2018 | 48 Seiten
Hardcover | ISBN: 978 3 86873 266 5 | 19.95€


Gut umgesetzte Graphic Novel, die mich wieder ganz in die bekannte Geschichte eintauchen ließ.

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2 Kommentare

  • Reply Christine 25. Februar 2021 at 10:58 am

    Das ist eine der Geschichten, die mir wirklich total in Erinnerung geblieben sind! Ich hab in meiner Schulzeit ja so einiges von Kafka gelesen, aber das Buch hat mich nie so ganz losgelassen…

    • Reply Zeilentaenzerin 26. Februar 2021 at 12:31 pm

      Ja, ich stelle fest, umso länger ich mich damit auseinandersetze, umso trauriger und interessanter finde ich es.

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