Das Gästezimmer - Clémence Michallon

Hallo zusammen, ich bin im Gegensatz zu den Meisten sehr froh, dass die Temperaturen wieder runter gehen, denn für April war es mir in den letzten Tagen eindeutig zu warm. Für jemanden, der die kühleren Jahreszeiten schätzt, sind 10 Grad sehr angenehm. Nun aber zu meiner heutigen Buchbesprechung, die wieder dem Thriller-Genre zugehörig ist. »Das Gästezimmer« von Clémence Michallon, veröffentlicht im Blanvalet-Verlag, erzählt die gruselige Geschichte einer Frau, die jahrelang gefangen gehalten wird.

Inhalt zusammengefasst

Der Witwer Aidan Thomas ist der perfekte Nachbar, Vater und Freund. So zumindest scheint es. Er gilt als freundlich, hilfsbereit und zuverlässig. Doch es gibt eine dunkle Seite des Mannes, der in seinem direkten Umfeld sehr beliebt ist. Seit fünf Jahren hält er eine Frau, welche er Rachel nennt, in seinem Schuppen gefangen. Plötzlich ist Aidan gezwungen, gemeinsam mit seiner Tochter Cecelia in ein anderes Haus umzuziehen und entgegen seines Plans, überredet Rachel ihn, sie mitzunehmen. Dort wird sie weiterhin gefangen gehalten - im Gästezimmer, angekettet an die Heizung. Sie wartet auf den passenden Augenblick, nach all den Jahren zu fliehen. Als Aidan Emily kennen lernt, fühlt sich Rachel gezwungen zu handeln.

Wie war »Das Gästezimmer«?

»Das Gästezimmer« ist das englischsprachige Debüt der Französin Clémence Michallon, die inzwischen die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt. Wie so oft hat mich auch hier das Cover sehr angesprochen, in Kombination mit dem Klappentext war die Entscheidung für diesen Thriller schnell getroffen. Die Kapitellängen empfand ich als sehr angenehm und auch der Schreibstil, der nicht außergewöhnlich, aber gut lesbar war, gehören zu den Stärken des Buches. Die Geschichte selbst bietet eine Menge Potenzial, das hier von der Autorin leider nicht gänzlich ausgeschöpft werden konnte. Die Grundidee ist gut, verspricht viel Spannung und die ist zeitweise durchaus auch gegeben. Leider blieben mir die Figuren das Buch hinweg völlig fern.

Seitdem ich nun regelmäßig Psychothriller lese, habe ich persönliche Vorlieben für gewisse Plots entwickelt und merke schnell, ob mich die Umsetzung der Grundidee eines Thrillers überzeugen kann oder eben nicht. Über weite Strecken war ich von den Handlungen der Figuren genervt und konnte sie nicht nachvollziehen. Meine Erwartungen an das Buch waren hoch, was sicher auch an der interessant gestalteten Coverzeichnung lag, die den Inhalt andeutet. Die Geschichte wird aus den verschiedenen Perspektiven der Charaktere erzählt, wobei der Täter selbst nicht zu Wort kommt. Mir fehlte die Atmosphäre, gut konstruierte Figuren und die Nachvollziehbarkeit ihrer Handlungen.

Besonders schwer tat ich mich mit Rachel, der Frau, die gefangen gehalten wird, die sowohl von Familie, Partner als auch bester Freundin vermisst wird. Sie leidet seit fünf Jahren unter ihrem Martyrium, wird gequält und körperlich angegriffen und sehnt sich nach ihrem früheren Leben. Immer wieder hat sie die Möglichkeit zu fliehen, entscheidet sich aber immer wieder dagegen. Ein Umstand, der mir beim Lesen zu schaffen machte und der mich irgendwann nur noch die Augen verdrehen ließ. Gute Idee, weniger gute Umsetzung. Hervorzuheben ist hier der rote Farbschnitt, der limitiert ist. Für Thriller-Fans inhaltlich sicher zu wenig.

Fazit

Flache Geschichte und wenig überzeugende Charaktere, die nicht nachvollziehbar handeln und der eigentlich guten Grundidee ihr Potenzial nehmen.

Clémence Michallon

Mit Liebe,
Zeilentaenzerin
with love,
Adelaide
Teilen auf

1 comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert