Mrz 15 2024

Hallo zusammen. Ich habe mich selten so über einen Buchgewinn gefreut wie in diesem Fall. Dank der Plattform Vorablesen, die jedem von euch ein Begriff sein wird, haben Teilnehmer:innen die Möglichkeit, sich auf Bücher zu bewerben, die dann in Kürze verlost werden. Genau wie bei einem klassischen Rezensionsexemplar, erhält man das Buch gegen eine Rezension. Als ich vor einigen Tagen sah, dass es einen fünften Teil von Marie Benedicts Reihe Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte gibt, war ich hellauf begeistert und habe mein Glück versucht und wurde belohnt. Im aktuellen Werk, Band 5, wird die tragische Geschichte der talentierten Wissenschaftlerin Rosalind Franklin erzählt, der in der DNA-Forschung erste wichtige Erkenntnisse gelangen. Der Roman erschien am 7. März bei Kiepenheuer & Witsch.

Inhalt zusammengefasst

Rosalind Franklin (1920 – 1958), war eine britische Wissenschaftlerin, die durch ihre Durchbrüche in der DNA-Forschung bekannt wurde. Sie galt als Außenseiterin, dennoch besaß sie einen festen Freundeskreis und hatte ein enges Verhältnis zu ihre Familie in London. Zunächst arbeitete sie in einem chemischen Labor in einem Institut in Paris und widmete sich dort der Kristallographie, bis sie Frankreich verlässt und in ihre Heimatstadt London zurückkehrt, um das Geheimnis der DNA zu entschlüsseln. Sie ist entschlossen die Bausteine des Lebens zu enträtseln, auch wenn sie sich einigen Widerständen stellen und diese überwinden muss. Insbesondere ihr Kontrahent Maurice Wilkins, der ihr alles andere als wohl gesonnen ist, macht ihr das Leben schwer. Als sich Franklin dann jedoch die Doppelhelixstruktur offenbart, scheint sie dem Durchbruch in der DNA-Forschung ganz nah. Wären da nicht die Missgunst und das Geltungsbedürfnis dreier Männer.

Wie war »Das verborgene Genie«?

Marie Benedict präsentiert in ihrem fünften Band der Reihe Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte eine weitere beeindruckende Frau aus der Wissenschaft: Rosalind Franklin. Eine äußerst fähige Biochemikerin, die im Zeitraum von 1947 bis 1958 in der Kristallographie- und DNA-Forschung tätig war. Sie entstammte einer angesehenen jüdischen Familie aus England. 1938 besteht die damals erst siebzehnjährige Franklin die Zulassungsprüfungen an der Cambridge University. Weil ihre Chemie-Kenntnisse herausragend waren, erhielt sie ein Stipendium. Ihr Studium in Naturwissenschaften schloss sie 1941 ab. Im Rahmen dieses Studiums spezialisierte sie sich auf Kristallographie und chemische Physik. Von 1947 bis 1950 forschte Rosalind Franklin an der Laboratoire Central des Services Chimiques de L’Etat in Paris, wo sie zur Spezialistin in der Kristallstrukturanalyse avanciert. Ab 1950 war sie am King´s College in London tätig und forschte nach der Entschlüsselung der DNA.

Marie Benedict konnte mich, nachdem ich ihre, ebenfalls aus der Reihe stammenden Vorgänger Frau Einstein und Mrs. Agatha Christie, gelesen und geliebt habe, wieder vollends mitnehmen. Auch in »Das verborgene Genie« überzeugt sie mit Hintergrundwissen, einem fesselnden Erzählstil und einer weiteren brillanten weiblichen Persönlichkeit aus dem Bereich der Wissenschaft. Ohne zu viel vorwegnehmen und meine Emotionen zu sehr preisgeben zu wollen, möchte ich deutlich machen, wie sehr mich dieser Band emotionalisierte. Das eindrucksvolle Leben und Wirken der Rosalind Franklin, und insbesondere ihr früher Tod machen sie zu einer tragischen Figur. Mir ging ihr Schicksal beim Lesen sehr nah und gleichzeitig hatte ich den Drang mehr über sie und ihre Arbeit erfahren zu wollen. So habe ich mich während des Lesens intensiv mit der DNA-Forschung und den Hintergründen auseinandergesetzt. Dies führt zwangsläufig zu den drei Herren, die 1962 den Nobelpreis für Physiologie und Medizin erhielten: James Watson, Francis Crick und Maurice Wilkins. Sie erhielten den renommierten Preis für ihre „Entdeckung über die Molekularstruktur der Nukleinsäuren und ihre Bedeutung für die Informationsübertragung in lebender Substanz“. Ohne die Erkenntnisse von Rosland Franklin wäre ihnen dies kaum möglich gewesen.

Dieser biografische Roman liefert einen detaillierten Eindruck über die Arbeit, vor allem aber auch das Leben von Rosalind Franklin, die sowohl bei ihren Kollegen als auch ihren Freunden sehr beliebt war. Sie galt als nahbar, bodenständig und selbstredend äußerst intelligent, zudem war sie begeisterte Bergsteigerin und liebte die französische Küche, mit der sie ihre Gäste stets beeindruckte. Mir wuchs sie schnell ans Herz, auch wenn Marie Benedict diese Informationen aus persönlichen Tagebucheinträgen, Zeitzeugenaussagen und Briefen nur überliefern kann. Ihre Arbeit über die Entschlüsselung der DNA, ordnete sie alles unter. Tragischerweise starb sie mit nur 38 Jahren am 16. April 1958 an einer Krebserkrankung, die wohl Folge der Röntgenstrahlenexposition während ihrer Forschung war, sodass sie für ihr Werk nie ausgezeichnet werden konnte. Ein höchst spannendes Portrait, das ich jedem Interessierten wärmstens ans Herz legen kann.

Fazit

Eine starke, mutige und bemerkenswerte Frau, die ihr Leben unermüdlich der Wissenschaft unterstellte und ein tragisches Ende fand.

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