Leserückblick Mai 2020

Ihr Lieben, kaum zu glauben, das fünf Monate des Jahres schon wieder hinter uns liegen. Wenn man aber bedenkt, wie das Jahr begonnen hat, ist es vielleicht auch gut so. Ich möchte euch heute meinen Leserückblick für den Monat Mai zeigen. Es sind fünf Bücher geworden in den letzten vier Wochen, die mich tatsächlich auch allesamt überzeugen konnten. Das gibt es in der Form auch selten. Viel Freude mit den Büchern.

»Was wir voneinander wissen« von Jessie Greengrass

Angefangen hat mein Lesemonat Mai mit dem philosophischen Roman »Was wir voneinander wissen« von Jessie Greengrass. Besonders der Schreibstil hat mich sehr beeindruckt und nachhaltig über die Geschichte nachdenken lassen. Inhaltlich geht es um eine junge Frau, die zum zweiten Mal schwanger ist und auf philosophische Weise ihr bisheriges Leben überdenkt und die Sinnhaftigkeit hinterfragt. Eine konstruierte Geschichte gibt es hier weniger, dafür aber eine herausragende, nachhallende und wunderbare Sprache auf hohem Niveau.


»Für mich soll es Neurosen regnen« von Peter Wittkamp

Weiter ging es mit dem sehr amüsant geschriebenen »Für mich soll es Neurosen regnen« von Peter Wittkamp. Der Gagschreiber und Autor berichtet über seine Zwangsstörungen, verliert dabei aber nie seinen Humor. Ich mag, dass ein Betroffener selbst von seiner Störung berichtet, ihre Tücken aufweist und seine Leser mit Informationen versorgt und dennoch witzige und reale Anekdoten bereithält. Ein absoluter Lesetipp.


»Im Garten der Pusteblumen« von Noelia Blanco & Valeria Docampo

Auch im Mai habe ich ein tolles Kinderbuch entdecken können: »Im Garten der Pusteblumen« von Noelia Blanco & Valeria Docampo. Das Bilderbuch ist bereits einige Jahre alt, verliert aber keineswegs seinen Zauber. In einer Art Märchenform schreibt Blanco eine entzückende Geschichte, die deutlich macht, worum es im Leben wirklich geht. Die einzigartigen Illustrationen von der Argentinierin Docampo runden die Geschichte perfekt ab.


»Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst« von Nick Hornby

Mein (tatsächlich) erstes Buch vom genialen Nick Hornby. Das kann ich nach »Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst« von Nick Hornby zweifelsfrei sagen. Das kompakte Büchlein hat gerade einmal 160 Seiten, schafft aber einen mitreißenden Dialog eines Ehepaares in einer handfesten Krise. Die beiden besuchen eine Paartherapie um ihre Beziehung zu retten. Ihre Gespräche gehen ans Herz und sind gespickt mit spitzen Bemerkungen, die zum Schmunzeln bringen. Das Buch ist schnell gelesen, aber eine durchaus sehr nette Lektüre.


»Die Gefangenen« von Debra Jo Immergut

Etwas länger gebraucht habe ich für »Die Gefangenen« von Debra Jo Immergut. Der Roman erinnert an einen Psycho-Thriller, was nicht zuletzt am Setting liegt. Miranda ist zu zweiundfünfzig Jahren Gefängnis verurteilt worden und sitzt in einer Frauenhaftanstalt ein. Ihre ausweglose Situation lässt ihren Lebensmut täglich schwinden. Der Gefängnispsychologe Frank erkennt die junge Frau sofort. Beide waren auf der High School. Sie kann sich an ihn aber nicht erinnern, weshalb er sein Wissen zunächst für sich behält. Die Verbindung beider wird nach und nach zu einer Besessenheit mit schweren Folgen. Der Sprachstil konnte mich überzeugen und die rasante Geschichte ist spannend bis zum Schluss.


Im Überblick

Gelesen: 5 Bücher
Gehört: 0 Bücher
Gelesene Seiten: 1080
Durchschnittliche Bewertung: 4,1 Sterne
Durchschnittliche Lesedauer: 4,6 Tage


Wieder ein Buch mehr als im vergangenen Monat, darüber bin ich sehr froh, nachdem die ersten Corona-Monate kaum was los war. Welche Bücher gabs bei euch im Mai?

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