Hallo ihr Lieben. Meine Buchbesprechung zu »Das Ereignis« von Annie Ernaux steht noch aus. Den autofiktionalen Roman habe ich im Februar gelesen und es war mein zweites Buch von der Schriftstellerin in diesem Jahr und auch allgemein. Beschrieben wird die ungewollte Schwangerschaft einer mittellosen Studentin im Frankreich der 1960er Jahre, in dem Schwangerschaftsabbrüche als illegal gelten. Das Buch wurde von dtv neu aufgelegt und dieses Exemplar erschien im September 2021.

Inhalt zusammengefasst

Frankreich im Oktober 1963. Die Anfang zwanzigjährige Studentin Annie ist ungewollt schwanger. Sie kommt aus eher bescheidenen Verhältnissen und weiß, dass sie Gefahr läuft ihr Studium und ihre gesamte Zukunft zu opfern, wenn sie ein uneheliches Kind zur Welt bringt. Gerade ist sie dem problematischen sozialen Umfeld ihrer Eltern entkommen und hat sich ihr Universitätsstudium hart erkämpft. Fest entschlossen ihre Schwangerschaft abzubrechen, beginnt eine schwere Zeit für Annie, denn Abtreibungen sind in den 1960er Jahren in Frankreich illegal.

Wie war »Das Ereignis«?

Nach »Die Scham« Anfang Januar ist »Das Ereignis« mein zweites Buch von Annie Ernaux. Die Werke der französischen Schriftstellerin sind autobiografisch, so auch in diesem Fall. Es ist das Jahr 1963, die dreiundzwanzigjährige Studentin Annie studiert in Rouen, ein Studium, dass sie sich hart erarbeitet hat und das ihr helfen soll, dem Milieu ihrer Eltern zu entgehen. Zu dieser Zeit ist es Frauen gesetzlich untersagt einen Schwangerschaftsabbruch wahrzunehmen. Die Strafen reichen von Bußgeldern bis hin zu Freiheitsentzug. Annie erfährt von ihrer ungewollten Schwangerschaft und es beginnt ein Spießrutenlauf für die junge Frau, denn auch wenn sie das Kind bekommen würde, das unehelich gezeugt wurde, steht ihr Studium auf dem Spiel.

Die Kapitel sind überschaubar, das Erzählte liest sich wie ein Tagebuch. Die autobiografischen Züge sind erkennbar und verleihen der Handlung Authentizität. Auch wenn die Notlage der jungen Frau sehr deutlich wird, konnte mich auch hier die Sprache nicht so sehr erreichen, sodass mir die Protagonistin weitestgehend fern blieb. Da es sich um eine wahre Begebenheit handelt, tue ich mich allerdings schwer, gerade bei diesem doch sehr emotionalen Thema und der fast ausweglosen Situation für Frauen in den 1960er Jahren in Frankreich und vielen anderen Staaten, den Schreibstil zu bewerten. Auf mich wirkt die Erzählweise eher nüchtern und sachlich, was auch den Stil der Autorin auszumachen scheint.

Fazit

Die sehr herausfordernden und problematischen Lebenssituationen von (schwangeren) Frauen in den 60er-Jahren werden durch dieses wichtige Buch verdeutlicht. Allein deshalb lohnt sich die Lektüre. Mich persönlich konnte die Schreibweise von Ernaux auch hier nicht gänzlich einfangen.

Annie Ernaux

Annie Ernaux, geboren 1940 in Lillebonne, Frankreich, ist eine französische Schriftstellerin. Die meisten ihrer Werke sind autobiografisch. Sie studierte in Rouen und Bordeaux und arbeitete anschließend als Lehrerin am Gymansium und am College. Ihre Bücher erschienen ab 1974 und sind sehr erfolgreich.


Das Ereignis

aus dem Französischen von Sonja Finck
im Original erschienen unter dem Titel »L’Événement«
dtv | 2021 | 104 Seiten
Hardcover | ISBN: 978 3 518 22525 7 | 18.00€
Zum Buch


Wie gefallen euch die Bücher von Annie Ernaux und habt ihr einen Favoriten?